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Nicht die Rasse ist entscheidend

Als ein 19-jähriger geistig behinderter junger Mann nach einem Spaziergang mit seinen Eltern vermisst wurde, wurde die SuchHundeStaffel Werra-Meißner e.V. informiert, um die Polizei bei der Suche zu unterstützen. Glücklicherweise wurde der junge Mann wohlbehalten aufgefunden. Zu genau solchen Einsätzen werden die Mitglieder der Rettungshundestaffel immer wieder gerufen. Seit 2002 – in diesem Jahr erfolgte die Gründung der ersten Rettungshundestaffel im

Werra-Meißner-Kreis – bildet das ehrenamtlich engagierte Team Hunde zu Rettungshunden und Menschen zu Rettungshundeführern aus.
In den letzten Jahren waren Hund und Herrchen der SuchHundeStaffel Werra-Meißner e.V. an den unterschiedlichsten Einsätzen beteiligt. Meistens wird die Hilfsorganisation gerufen, wenn vermisste Kinder, Senioren, geistig verwirrte Menschen oder Suizidgefährdete gefunden werden müssen. Die SuchHundeStaffel hilft hier bei der sogenannten Flächensuche und durchkämmt unter der Einsatzleitung der Polizei das Gelände. Die Flächenteams sind in der Flächensuche ausgebildet. Sowohl Hund als auch Hundeführer werden durch stetige Trainings permanent einsatzbereit gehalten. Die Einsatzfähigkeit wird durch regelmäßige Prüfungen festgestellt. Neben der Flächensuche, bei der die Hunde das Gelände frei durchstreifen und den menschlichen Geruch aufnehmen, wird bei der Personensuche über Personenspürhunde, auch „Mantrailer“ genannt, der Hund an der langen Leine geführt, um nach Geruchspartikeln eines bestimmten Menschen zu suchen. Diese Suche erfolgt in der Regel im städtischen Bereich, wo eine freie Suche nicht möglich ist. Alle Mitglieder des Vereins agieren ehrenamtlich und arbeiten für die Anforderer kostenlos. In den meisten Fällen fordert die Polizei die Hundestaffel an oder die Leitstelle. Der Verein finanziert sich mit all seinen Kosten für Einsätze, Einsatzkleidung und Aus- und Weiterbildungen ausschließlich über seine Mitgliedsbeiträge und über Spenden.
Zu etwa sechs bis zehn Einsätzen pro Jahr wird die Hundestaffel im Werra-Meißner-Kreis gerufen. Darüber hinaus wird sie – je nach Einsatzlage – auch von den umliegenden Kreisen angefordert. Momentan verfügt der Verein über sieben geprüfte Flächensuchhunde und zwei polizeigeprüfte Mantrailer. Weitere neun

Hunde befinden sich in der Ausbildung.
Wer sich für die Arbeit der SuchHundeStaffel Werra-Meißner e.V. interessiert, ist herzlich zu einem Schnuppertraining eingeladen. Dieses findet rund um die Wälder in Hessisch Lichtenau statt. Während die Hunderasse eher zweitrangig ist, zählt das gute Miteinander zwischen Hund und Herrchen, um aktives Mitglied in der Rettungshundestaffel zu sein. „Die Eignung zum Rettungshund lässt sich nicht an einer Rasse festmachen, sondern am Individuum“, erklärt Volker Braun, 1. Vorsitzender des Vereins. Die Hunde sollten lauffreudig, menschenfreundlich und lernfreudig sein. Auch für Leute, die keinen Hund haben, besteht die Möglichkeit der Mitarbeit. So werden immer auch Helfer gesucht, die die Rettungshundeteams bei Einsätzen begleiten. Besonders würde sich die Staffel über Waldbesitzer oder Jagdpächter freuen, die hin und wieder Gebiete von ungefähr zehn Hektar für das Training zur Verfügung stellen. Übrigens: Die Hunde sollen Spaß an ihrer Arbeit haben. So wird ohne Druck und Zwang, aber mit einer großen Portion Motivation und einer positiven Verständigung zwischen Mensch und Tier, gearbeitet. (sto.)
Kontakt und Information:
www.suchhundestaffel-werra-meissner.de