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Großalmerode verliert beliebten Pfarrer Norbert Lomb

Eher verschlafen liegt die kleine Stadt mit ihren rund 6.500 Einwohnern auf einer Höhe von 354 Metern umringt von Bergen und Wäldern. Ebenso wie in den Nachbargemeinden, zu denen unter anderem Bad Sooden-Allendorf und Hessisch Lichtenau gehören, kennt man sich hier. Bereits im Jahr 1386 wird der Ort – damals noch unter dem Namen „Almerodde“ – urkundlich erwähnt, wobei die Ansiedlung dem hier vorkommenden hochwertigen Ton zu verdanken ist. Seither ist die Gemeinde, die zwischenzeitig besonders aufgrund seiner ortsansässigen Ziegel-, Töpfer- und Glasmacher bekannt war, stetig gewachsen. Denn trotz der verhältnismäßig geringen Größe hat Großalmerode einiges zu bieten: Direkt an der Deutschen Märchenstraße gelegen, ist die von Fachwerkhäusern geprägte Stadt besonders bei Pendlern beliebt, die im etwa 20 Kilometer entfernten Kassel arbeiten, ihr Leben aber lieber in beschaulicheren Gefilden verbringen möchten.
Ein besonders präsentes Thema war hier außerdem schon immer Religion. Denn nicht nur dass die von Kassel und Großalmerode ausgehende Erweckungsbewegung 1909 zu einem Bruch mit der Pfingstbewegung führte, Ende des 19. Jahrhunderts wurde hier außerdem die Christliche Studentenbewegung gegründet, die bis ihrer Auflösung durch die Nationalsozialisten viele damals berühmte Mitglieder zählte. Darunter war beispielsweise auch der Jurist und Politiker Georg Michaelis, der 1917 für kurze dreieinhalb das Amt des Reichskanzlers inne hatte.

Mit dem Tod des 72-jährigen Norbert Lombs am 6. Dezember hat die Gemeinde nun einen seiner beliebtesten Pfarrer verloren. 37 Jahre lang hatte er in Großalmerode gewirkt und war auf eigenen Wunsch erst im Juli 2016 in den Ruhestand gegangen. Der gebürtig aus Fulda stammende Norbert Lomb hatte nach seinem Abitur im Jahr 1966 ein Studium in den Fächern Philosophie und Theologie aufgenommen und besuchte neben der in seiner Heimatstadt ansässigen auch die Universitäten in Frankfurt und München. Nach seiner Priesterweihe am 26. März 1972 war er zunächst als Kaplan tätig. 1979 trat er schließlich sein Amt an der Pfarrkuratie Mariae Namen in Großalmerode an.
Darüber hinaus engagierte Lomb sich als Studentenseelsorger an der Katholischen Hochschulgemeinde der Universität Kassel und erwarb nebenher sogar die Qualifikation als Psychotherapeut. Für seine hingebungsvollen Dienste, die stets den normalen Umfang seines Pfarrberufs überschritten, sprach Mischof Heinz Josef Algermissen ihm bei seiner Pensionierung Dank und Anerkennung aus. Die Beerdigung Norbert Lombs fand am Samstag, den 16. Dezember in seiner Kirchgemeinde Mariae Namen in Großalmerode statt, in der er als Geistlicher den Großteil seines beruflichen Lebens verbracht
hatte.