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Wie ist eigentlich das Studentenleben in Russland?

Morgens an die Hochschule, auf dem Rückweg ein Döner und abends gemeinsam in der Studenten-WG abhängen?
Sofia Demenkova und Aleksei Bondareko standen Rede und Antwort über das Studentenleben am Rande einer wissenschaftlichen Tagung an der DIPLOMA Hochschule. Beide studieren an der staatlichen Landesuniversität Moskau (MGOU) „Soziale Arbeit“ im siebten Semester.

 

Wie wohnen Studierende bei euch?
Die Studierenden in Moskau und im Umland leben bei ihren Eltern oder in Studentenwohnheimen. Studenten-WGs gibt es eigentlich nicht. Wohnungen sind knapp und teuer. Allein wohnen ist eher eine Not­lösung für ein halbes oder ein Jahr, bis man einen Platz in einem Studentenwohnheim bekommen hat. Wir selber wohnen noch bei unseren Eltern.

Arbeitet ihr neben
dem Studium?
Nein, wir bekommen beide ein Stipendium. Manche arbeiten etwas nebenbei. Es gibt auch die Möglichkeit zu arbeiten und zu studieren, dann dauert das Studium der Sozialen Arbeit fünf statt vier Jahre.
Welche Hobbies habt ihr?
Sofia: „Ich male in meiner Freizeit und nehme an Paintball-Events teil.“
Aleksei lächelt und meint, dass sei jetzt nicht abgesprochen, er male nämlich auch. Außerdem interessiere er sich für die Rekonstruktion historischer Schlachten sowie für Computerspiele und IT. Daneben schreibt er auch Romane.

Ist Fastfood ein Thema?
Eher weniger. Für Sofia gehört Kochen zur täglichen Routine. Aleksei kocht nicht so oft, aber dann sehr bewusst. „Aber klar, wenn keine Zeit da ist, gibt es Spagetti mit Fleisch,“ meint er. Sonst steht die traditionelle russische rote Suppe Borschtsch ganz oben auf der Liste der Lieblingsgerichte sowie gebratene Kartoffeln mit Zwiebel, Paprika und Fleisch.

Und was war der Anlass?
Die wissenschaftliche Tagung ist Teil einer Kooperation zwischen der DIPLOMA Hochschule und der MGOU, die seit etwa einem Jahr besteht. Die erste gemeinsame Tagung fand im Jahr 2016 in Moskau statt. Die Studiendekanin für Soziale Arbeit (B.A.), Frau Prof. Dr. Birgit Wartenpfuhl richtete mit ihrem Team die fachwissenschaftliche Tagung in Bad Sooden-Allendorf am 13. und 14.11.2017 aus. Rund 70 Wissenschaftler sowie Studierende der deutschen DIPLOMA Hochschule und der staatlichen Landesuniversität Moskau (MGOU) tauschten sich mit weiteren Experten aus ganz Deutschland in einem regen Dialog aus. So auch Sofia Demenkova und Aleksei Bondareko.

Gemeinsamkeiten und
Unterschiede
Dabei ging es um die Rolle, welche die Soziale Arbeit bei der Integration in den beiden Ländern spielt. Für Deutschland bedeutet Einwanderung etwas anderes als für Russland. Beide Länder stehen aber vor ähnlich großen Herausforderungen in den Bereichen soziale Ungleichheit, Kinderschutz und Migration. Der Spracherwerb und das Erlernen der kulturellen Gepflogenheiten tragen entscheidend für eine Integration von Migranten in das jeweilige Land bei. In Deutschland ist die Kenntnis der rechtlichen Situation zum Schutz unbegleiteter Jugendlicher sehr wichtig. Diese Form der Migration gibt es in Russland so gut wie gar nicht. Ein Augenmerk der Sozialen Arbeit sollte in beiden Länder bei der Migration auf Familien und Minderjährige gelegt werden. Die DIPLOMA bietet den Studiengang Soziale Arbeit (B.A.) im Präsenzstudium und als Fernstudium an www.diploma.de/bachelor-soziale-arbeit.

– Dr. Carsten Kolbe-Weber –