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Brücken-Ärger in Unterrieden

Sanierung verschleppt • Umweg nach Sperrung

Als die Brücke 1989 eingeweiht wurde, atmeten viele Bürger auf. Endlich war es fertig, das langersehnte Bindeglied zwischen dem Witzenhäuser Stadtteil Unterrieden und der Kernstadt! Keine langen Umwege mehr für Fußgänger und Radfahrer, dafür ein sicherer Übergang abseits der vielbefahrenen Bundesstraße. Eine wichtige Investition in die Infrastruktur und eine echte Erleichterung für die Menschen in der Region. Doch jetzt gibt es Ärger um die Holzkonstruktion – und vielen Witzenhäuser fehlt das Verständnis für den Umgang mit dem wichtigen Verkehrsweg. Ihre Brücke wurde ohne große Vorankündigung gesperrt und jetzt sind Umwege bis zu drei Kilometer nötig! Vor allem für ältere Mitbürger eine große Belastung.
Zum Hintergrund des Brücken-Ärgers: Im Rahmen einer Routineuntersuchung hatte ein Sachverständiger bereits 2016 erhebliche Mängel an dem Bauwerk festgestellt. Aber erst Mitte August diesen Jahres erfolgte eine weitere Inspizierung. Ergebnis: Mehrere Balken des Tragwerks waren gerissen oder verfault, auch die Rampen waren beschädigt. Die Sanierungskosten liegen laut Gutachten bei über 330.000 Euro plus Planungskosten im sechsstelligen Bereich. Ein Abriss mit anschließendem Neubau würde das Doppelte kosten, mit 60 Jahren aber auch doppelt so lange halten. Der Magistrat entschloss sich für diesen Weg, mit der Folge, dass die Brücke bis zur geplanten Fertigstellung im Jahr 2021 gesperrt wird!

Für Anwohner das Resultat gravierender Versäumnisse. Bei der Einweihung 1989 war die Haltbarkeit der Holzkonstruktion mit 30 Jahren angegeben worden. Warum wurde nicht begleitend saniert, warum wurden von der Feuchtigkeit angegriffene Elemente nicht nach und nach ausgetauscht, um eine Vollsperrung zu verhindern? Warum vergingen zwischen der Inspektion 2016 und der folgenden Begutachtung zwei Jahre? Wertvolle Zeit, in der nichts geschah, um den lange bekannten maroden Zustand zu beheben. Wichtige Fragen, auf die es bisher keine schlüssigen Antworten gab.
Was festeht: Bis 2021 müssen Fußgänger und Radfahrer nun eine Umleitung über den parallel zur B 80 verlaufenden Weg in Kauf nehmen. Alternativen dazu gebe es nicht, so Bürgermeister Daniel Herz.