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Führt die Suedlink-Stromtrasse doch durch den Kreis?

Endgültige Festlegung erst ab 2019

Immer noch wird ein geeigneter Trassenverlauf für das Suedlink-Projekt gesucht, so auch im Werra-Meißner-Kreis. Die zwei Übertragungsnetzbetreiber Tennet TSO und TransnetBW wollen mit Bohrungen an insgesamt 36 Punkten die dortigen Bodenbeschaffenheiten prüfen. Begonnen wurde bereits Mitte November bei Waldkappel; weitere Orte im Kreis sollen noch folgen, namentlich Hilgershausen, Albungen, Germerode und Archfeld.

Eine derartige Hochspannungs-­Gleichstromleitung werde üblicherweise in offener Grabenbauweise verlegt, erklärt Tennet auf Nachfrage. Mitunter sei dies aber wegen geologischer oder topographischer Gegebenheiten nicht möglich. Dort werde das Kabel mittels so genannter Unterbohrungen in die Erde gebracht, beispielsweise bei Querung einer Bahntrasse oder eines Naturschutzgebiets. Sollte die Trasse am Bergwildpark Meißner nahe Germerode entlangführen, werde an dieser Stelle genau so verfahren.

Die Bodenproben können auf zweierlei Art erstellt werden. Bei zugänglichem Gelände werden Proben aus 30 Meter Tiefe genommen, die Bohrlöcher wieder verfüllt und mit Erdboden verdeckt. Dieses Verfahren sei die „geringstmögliche Störung der Flächennutzung“. Außerdem würden zeitlich parallel Drucksondierungen durchgeführt, woraus sich Rückschlüsse über Lagerungsdichte und Bodenart ziehen ließen. Sollte es wider Erwarten erforderlich sein, dass Gerätefahrzeuge befestigte Wege verlassen müssten, würden Baggermatten eingesetzt, um Flurschäden zu vermeiden. Höchstens zwei Tage werde jede Bohrung in Anspruch nehmen. Grundstückseigentümer, Kommunen und Fachbehörden seien bereits im Vorfeld informiert, entsprechende Genehmigungen erteilt worden.

Endgültig festgelegt wird der Verlauf des 1000 Meter breiten Korridors nach Ende der fachlichen Planungen von der Bundesnetzagentur. Dies wird vor 2019 nicht der Fall sein. Beide Korridore – neben der Route durch den Werra-Meißner-Kreis auch im benachbarten Thüringen – werden unter gleichen Bedingungen untersucht, d. h. keine Trasse wird bevorzugt.
(Sven Schreivogel)