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Zweites Netzwerktreffen Demenz im Werra-Meißner-Kreis

Kürzlich fand das zweite kreisweite Netzwerktreffen Demenz statt. Landrat Stefan Reuß begrüßte im Bürgerhaus Waldkappel 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die sich beruflich oder ehrenamtlich für Menschen mit einer Demenzerkrankung engagieren. Ziel war es, die vorhandenen Angebote bekannter und transparenter zu machen, sie weiter zu optimieren und die Akteure im Werra-Meißner-Kreis stärker zu vernetzen.
Mit steigender Lebenserwartung nimmt auch die Wahrscheinlichkeit einer dementiellen Erkrankung zu. Entsprechend der aktuellen Demenzquoten der Alzheimer Gesellschaft und der Bevölkerungszahlen des Statistischen Landesamtes Hessen lebten am 31. Dezember 2017 im Werra-Meißner-Kreis 2.262 Menschen, die an einer Demenz erkrankt waren. Bereits heute sind eine Vielzahl von Versorgungs- und Entlastungsstrukturen für Menschen mit Demenz und deren Angehörige im Werra-Meißner-Kreis vorhanden. Um die Versorgungsstrukturen für diese Bevölkerungsgruppe weiter zu verbessern, wurde im vergangenen Jahr im Rahmen des Projektes „Demenzbeauftragte in Arztpraxen“ das Netzwerktreffen Demenz ins Leben gerufen, um alle haupt- und ehrenamtlich engagierten Akteure im Werra-Meißner-Kreis – von den Hausärzten und Neurologen über die Pflegekräfte bis hin zu Bürgerhilfevereinen und Nachbarschaftshilfen – an einen Tisch zu bringen. Geboten wurde ein Rahmen, sich über Erfahrungen, Bedarfe und Ideen auszutauschen und hierdurch das „Netzwerk Demenz“ zu stärken.

Zum Auftakt des zweiten Netzwerktreffens gab es zwei Impulsvorträge. Zunächst stellte Dr. med. Beate Hahne, Chefärztin des Zentrums für Psychiatrie und Psychotherapie sowie der Abteilung Interdisziplinäre Altersmedizin/Gerontopsychiatrie des Klinikums Werra-Meißner, interdisziplinäre Altersmedizin am Beispiel einer Demenzerkrankung vor. Sie berichtete unter anderem, dass zu den gerontopsychiatrischen Erkrankungen wie beispielsweise Demenz im Alter häufig zusätzlich somatische Erkrankungen auftreten, und diese nicht getrennt voneinander betrachtet werden dürfen. Zum Team der interdisziplinären Versorgung zählt darüber hinaus auch die Ergotherapie, die von Diane Tschernow, leitende Ergotherapeutin im Zentrum für Psychiatrie und Psychotherapie des Klinikums Werra-Meißner, sehr praxisnah vorgestellt wurde. Ein sich anschließender Workshop zum Thema „Die Hand – den Zugang zum Menschen öffnen“ zeigte die Möglichkeiten, Zugangswege zu Demenzerkrankten näher kennenzulernen.

In einem zweiten Vortrag zum Thema „Gemeinschaftliches Wohnen von Menschen mit Demenz – selbstverwaltete ambulante Wohngemeinschaften“, stellte Maren Ewald von der Hessischen Fachstelle für selbstverwaltete ambulant betreute Wohn- und Pflegegruppen für Menschen mit Demenz das Konzept eindrucksvoll vor. Auch hier schloss sich ein Workshop an, in dem das Verfahren von der Idee zur Umsetzung zur Einrichtung von Demenz-WGs ausführlich vorgestellt und diskutiert werden konnte. Ein Workshop unter Moderation von Ursula Nölker, Regionalleiterin Hephata Hessisches Diakoniezentrum e. V., thematisierte männerorientierte Angebote der Demenzversorgung, die bislang nur sehr vereinzelt vorhanden sind und optimiert werden sollten. Flankiert wurde die Veranstaltung mit einer Fotoausstellung zum Thema „Lebensfreude trotz Demenz“ des Fotografen Gregor Beltzig. Der Werra-Meißner-Kreis plant, zukünftig ein Netzwerktreffen Demenz regelmäßig einmal jährlich auszurichten.
(Sven Schreivogel)