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Auf die richtige Dosis kommt es an

Kinder und Medikamente: Darauf sollten Eltern achten

Peter Müller, Apotheker.
Foto: privat

Ihr Kind ist krank und braucht Medikamente? Dann, liebe Eltern, sollten Sie nicht einfach eigene Tabletten halbieren oder vierteln und Tropfen geringer dosiert verabreichen. Denn Stoffwechsel und Immunsystem arbeiten bei Kindern anders als bei Erwachsenen und die Gefahr von Über- oder Unterdosierung ist groß. Apotheker Peter Müller rät deshalb: Arzneimittel für Erwachsene sollten Kindern nur dann verabreicht werden, wenn im Beipackzettel auch eine Dosis für Kinder angegeben ist.

Zu geringe Dosis ist gefährlich
Eine Studie der Uni-Klinik Erlangen in Kooperation mit dem Robert-Koch-Institut hat gezeigt: jedes zehnte Kind wird mit Medikamenten falsch behandelt. In zehn bis 15 Prozent der Fälle gaben Eltern das Medikament zu niedrig dosiert – vermutlich im Glauben, ihr Kind damit weniger zu schädigen. Die Gefahr wächst jedoch durch die zu geringe Dosis – das Medikament wirkt im schlechtesten Fall gar nicht erst. Das verlängert die Krankheits- und Leidenszeit des Kindes. Auch Häufigkeit, Zeitpunkt und Dauer der Einnahme sind für den Erfolg der Behandlung entscheidend. Bei Dosierungsangaben mit Löffeln sollten Eltern darauf achten, ob Tee- oder Esslöffel gemeint sind. Das Standardmaß für Teelöffel liegt bei fünf Millilitern, für Esslöffel bei 15 Millilitern.

Tropfen statt Pillen
Einem Kind Medikamente zu verabreichen, ist nicht immer einfach. Vor allem Kleinkinder weigern sich häufig, Arznei einzunehmen. Unser Tipp: Mischen Sie das Medikament in Saft, Tee oder eine zerdrückte Banane. Welche Lebensmittel mit den Arzneimitteln gemischt werden können, erklären wir Ihnen während des Kaufs in der Löwen Apotheke in Witzenhausen. Auch kann eine andere Darreichungsform hilfreich sein. Arzneimittel für Kinder gibt es als Saft, Tropfen, Pulver oder Zäpfchen. Ohren- und Nasentropfen sowie Zäpfchen sollten zuvor in der Hand vorgewärmt werden. Das Kind empfindet es weniger unangenehm, diese dann verabreicht zu bekommen. Müssen es tatsächlich Tabletten oder Kapseln sein, sollten Eltern darauf achten, ob diese zerkleinert werden dürfen.