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Nordhessen soll Modellregion für 5G werden

Highspeed-Internet der Landkreise schafft Basis für bessere Mobilfunkversorgung und 5G

Ganz Deutschland spricht dieser Tage von 5G, im März 2019 fiel der Startschuss für die Versteigerung der Mobilfunkfrequenzen. Die Welt soll smarter werden, die digital vernetzte Produktion soll die deutsche Wirtschaft langfristig wettbewerbsfähig halten.

„5G-Netze dürfen aber nicht nur in Ballungszentren zu finden sein, um Lösungen für Unternehmen zu realisieren – und erst später im ländlichen Raum“, fordert Landrat Dr. Michael Koch, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Breitband Nordhessen (BNG). „5G hat größtes Potenzial gerade auch für den ländlichen Raum. Deshalb bewerben wir uns als Nordhessen als 5G-Modellregion, um gerade auch die Möglichkeiten von 5G-Anwendungen in ländlich geprägten Regionen zu erproben.“
Mit dem neuen Mobilfunkstandard sollen sich Maschinen und Geräte via Internet verbinden und miteinander in Echtzeit kommunizieren. Beispielsweise in der Landwirtschaft warten
etliche Hightech-Bauern auf ein schnelles Mobilfunknetz, damit etwa Mähdrescher autonom und bei Bedarf sicher ferngesteuert über die Felder fahren können.

Die BNG wurde von den fünf nordhessischen Landkreisen Hersfeld-Rotenburg, Kassel, Schwalm-Eder, Waldeck-Frankenberg und Werra-Meißner gegründet. Genau hier soll, so das Bestreben der fünf Landräte, die gemeinsame Modellregion für das schnelle 5G-Netz entstehen. „Die Voraussetzungen sind geschaffen“, erläutert BNG-Geschäftsführerin Kathrin Laurier: „Denn ohne Glasfaser kein 5G!“ Ohne den Breitbandausbau mit Glasfaser in die Fläche wären ein 5G-Ausbau oder Direktanschlüsse bis in die Häuser nicht möglich. „Wir haben gemeinsam den Grundstein für die datentechnische Zukunft Nordhessens gelegt“, heißt es seitens der BNG, denn mit Abschluss des Netzausbaus werden 98 Prozent der Einwohner Nordhessens mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde, in Kürze auch mit 100 Megabit pro Sekunde versorgt sein.

Doch die Hoffnung ruht nicht allein auf dem neuen Standard 5G. „Wir drängen zudem auf eine Verbesserung des Mobilfunknetzes in der Fläche“, fordert Landrat Koch weiter. „Wenn es irgendwo eine solide Netzabdeckung braucht, dann doch auf dem Land. Hier gibt es günstigen Wohnraum, Platz für Unternehmen – aber viel zu oft keinen Handyempfang.“ Die Forderung der Landräte: Die Provider sollen dafür sorgen, dass neben dem neuen 5G-Netz auch das bisherige LTE-Netz ausgebaut wird.

Die Breitband Nordhessen GmbH wurde im Februar 2014 von den fünf nordhessischen Landkreisen Hersfeld-Rotenburg, Kassel, Schwalm-Eder, Waldeck-Frankenberg und Werra-Meißner gegründet. Sie setzt sich für den flächendeckenden Ausbau eines Hochgeschwindigkeitsinternets ein. Die Breitband Nordhessen GmbH koordiniert die gesamte Abwicklung und den Ausbau der Glasfaservernetzung in den nordhessischen Landkreisen. Sowohl Gewerbetreibende als auch Privathaushalte sollen im Ausbau­gebiet mit Breitbandanschlüssen mit Geschwindigkeiten von bis zu 50 Megabit pro Sekunde (mit Vectoring bis zu 100 Mbit/s) versorgt werden.